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 Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"

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Mini_2010

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BeitragThema: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Mo Jan 07 2013, 12:20

das Eingangsposting lautete :

Liebe LeserInnen und AudL-Fans,

die nachfolgende Story habe ich vor ein paar Monaten begonnen zu schreiben. Sie ist noch nicht fertig - worum ich mich aber redlich bemühen werde
- aber ich möchte sie euch nun doch nicht mehr länger vorenthalten. Die Idee kam mir, nachdem ich eine von Staffis One-Shots gelesen hatte ...

Ein paar kleinere Anmerkungen vorab:

Anna und Tom waren nie verheiratet gewesen und haben auch ihre Partner nicht verloren. Tom ist erst vor Kurzem aus Amerika zurückgekommen, während Anna mit Jonas zusammen eine Werbeagentur führt. Alles andere, lest selbst ...

Viele Spaß!


Liebe Grüße,
Mini

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Mi Jan 16 2013, 00:53

Hey Mini-Maus,

Boooaaaahhh du glaubst gar nicht wie meeeggaa erfreut ich bin das du diese FF angefangen hast! Du glaubst gar nicht wie gut es tut jeden Tag aufs neue zu hoffen, dass ein neuer Teil von dir und von Kati gepostet wird, sobald man sich an den PC setzt!!! Very Happy

Jetzt weiß ich auch was mir so lange gefehlt hatte, bevor ihr eure neuen FF's gepostet habt! Embarassed Smile

Zu den letzten beiden Teilen:
Zitat :
Ihre verführerische Miene fiel in dem Augenblick in sich zusammen als er sich mit den beiden leeren Gläsern davonmachte. Angestrengt seufzend rollte Anna die Augen. Gott, wie überheblich …, stöhnte sie verächtlich.

Hahahahaha das war ja mal wirklich genial! Laughing Ich konnte mir beim lesen Annas Mimik richtig gut vorstellen und bin aus dem grinsen gar nicht mehr raus gekommen! Smile

Nun gut ... wenigstens wissen das Anna Tom zumindest nicht unattraktiv findet ... aber dank "Daniel" ( No ), hat Anna ja nun kein bock mehr auf die "Menschen ohne Menstruationshintergrund"! Mad Wink Smile
Naja wie dem auch sei ... ich bin sehr gespannt, was du aus den beiden machen wirst! Cool

Kommen wir zu Jonas:

Ich bin sooo froh und dir auch echt dankbar das du Jonas nicht als "Bösewicht" dargestellt hast! ... Ich mag Jonas und ich finde auch nach wie vor das er genauso gut zu Anna passt wie Tom ... aber da er ja leider sterben musste ... naja egal ... das ist nicht das Thema jetzt! Smile
Aber Leid tut er mir trotzdem! =(

Jedenfalls schön das er (hoffentlich nicht nur auf den ersten Blick) ein ganz netter zu sein scheint und auch da bin ich echt gespannt, ob und welche Rolle er in dieser Geschichte tragen wird! Embarassed

Freue mich auf die Fortsetzung die hoffentlich ganz bald folgen wird! Razz

GlG
*~Butterfly~*
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Mini_2010

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Mi Jan 16 2013, 15:16

*~Butterfly~* schrieb:


Nun gut ... wenigstens wissen das Anna Tom zumindest nicht unattraktiv findet ... aber dank "Daniel" ( ), hat Anna ja nun kein bock mehr auf die "Menschen ohne Menstruationshintergrund"!


Menschen ohne Menstruationshintergrund ... Ich musste gerade so herzhaft lachen, liebste Butterfly. Wirklich zu köstlich dieser Vergleich.

Mhmm ..., ich stelle gerade fest, dass es in meiner Story gar keine Bösewichte gibt. Aber ich denke, das ist auch gar nicht notwendig, Anna und Tom haben mir ihren "anstrengenden" Charakteren glaube ich, genug zu tun ...

Danke dir für deinen wunderbaren und wahrlich amüsanten Kommentar. Bitte mehr davon ...

LG, Mini (die immer noch grinst)

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Sonnenschein
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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Mi Jan 16 2013, 16:44

Hallo,

Der Schnee und die Fortsetzung, die passen echt gut zusammen. Würde es bei mir nicht seit zwei Tagen schneien wie verrückt, vermutlich wäre ich nicht so schnell zum weiterlesen geeilt.

Und ich muss sagen, das wäre verdammt schade, denn diese Geschichte zieht mich immer mehr in ihren Bann. Jeder Satz den ich lese, ein neues Erlebnis. Jonas, der Anna sichtlich mehr als nur sehr gern hat, Jonas Eltern die Broda&Broda verscherbelt haben und abgetaucht sind...Egal, was man auch falsch gemacht hat, in diesem Fall ist die Korrektur äußerst schwer - Daniel hat anscheinend ordentliche Arbeit geleistet.

M-A-N-N … vier grausige Buchstaben in einer noch grausigeren Reihenfolge Very Happy

in freudiger Erwartung des Lesenachschubs,
Sophie Smile

P.S. Ich glaube die Spannung wäre noch größer wenn im Titel nicht "AnTom..." stehen würde
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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Do Jan 17 2013, 08:56

Tastentante schrieb:

in freudiger Erwartung des Lesenachschubs,
Sophie

P.S. Ich glaube die Spannung wäre noch größer wenn im Titel nicht "AnTom..." stehen würde

Mhmm ... wer sagt, dass am Ende Anna und Tom zusammenkommen??? Die Bezeichnung AnTom schließt ja nur auf den Fokus der handelnden Charaktere, nicht zwingend auf die Paarung

Danke für deinen Kommi. Ich hoffe, der Schnee hat bei euch etwas nachgelassen. Eigentlich mag ich Schnee ja ganz gern, aber muss das Zeug unbedingt auf der Straße rumliegen???
Hier war gestern voll das Chaos. Schneeschippen im Rheinland ... und dann auch noch der zuverlässige Winterdienst. Mhmm ..., der Schnee kam ja auch wieder mal so verdammt überraschend

LG, Mini

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Do Jan 17 2013, 09:17

Ihr Lieben, weil heute Donnerstag ist, dachte ich mir, ... ich stelle euch noch einen neuen Teil ein. Viel Spaß beim Lesen ... LG, Mini

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Teil 6


„Sag mal, Paloma …“, begann Anna, als sie sich an dem Tisch in der Goldelse zum Mittagessen niedergelassen hatten. „Wer ist eigentlich dieser Tom?“, fragte sie, ehe sie sich davon abhalten konnte. Ihr Unterbewusstsein schreckte aus seiner Chillpose hoch und starrte sie mit offenem Mund und weit aufgerissenen Augen an. Sie hatte keine Ahnung, welcher Teufel sie geritten hatte, eine derartige Frage zu stellen. Aber aus irgendeinem Grund spukte ihr dieser Typ seit gestern Abend permanent im Kopf herum. „Tom?“, wiederholte Paloma und kräuselte die Stirn, als wüsste sie nicht, von wem die Blondine sprach. Anna schluckte schwer und schalt sich im nächsten Moment ein überdimensional großes Rindvieh, weil sie so unbedacht gewesen war. Sie musterte Paloma mit einem vorsichtigen Seitenblick. Der argwöhnische Ausdruck in den Augen der brünetten Spanierin war unübersehbar. Mist. Tse, na dann mal ab ins Verhör. Die Suppe hast du dir jetzt selbst eingebrockt …, lästerte ihr Unterbewusstsein. Anna räusperte sich und holte einmal tief Luft. Das kommt davon, wenn der Mund schneller ist als der Kopf …, schob ihr Unterbewusstsein stichelnd hinterher. Was soll’s …, dachte Anna und sah Paloma in die Augen. „Ja, der Typ, der sich mit Enrique auf euer Verlobungsparty gestern so angeregt unterhalten hat.“, erklärte Anna und bemühte sich, ihr Anliegen so beiläufig wie möglich klingen zu lassen. Palomas Verwirrung verstärkte sich, während sie angestrengt nachdachte. „Na dieser Typ, groß, blond …“, half Anna ihr auf die Sprünge. Meine Güte, der war ja nun wirklich nicht zu übersehen …, dachte sie genervt. Für sie schon, schließlich ist sie ja … hach … verlobt …, säuselte ihr Unterbewusstsein mit einem spöttischen Unterton in der Stimme und verdrehte ironisch die Augen. „Ach der Tom“, stieß Paloma endlich aus, als sie sich wieder zu erinnern schien. Anna sah überrascht auf. Wie viele Toms kennst du denn? Paloma zog die Stirn in Falten und kräuselte nachdenklich die Lippen. „Mhmm … soweit ich weiß, ist er wohl Enriques bester Freund. Sie kennen sich schon seit einer Ewigkeit. Ich hab ihn vor ein paar Wochen kurz kennengelernt, als er Enrique zu einem Männerabend abgeholt hat.“, erklärte sie mit einem unbeeindruckten Schulterzucken. Dann neigte sie den Kopf und lächelte spöttisch. „Er hat Enrique einen Job in seiner Firma angeboten – Marketing und PR …“, erklärte sie und verdrehte die Augen, als wolle sie sagen … Glaub mir, es kann ganz schön nervig sein, mit einem PR-Fuzzi unter einem Dach zu leben … Anna unterdrückte ein Grinsen, ehe sie nachdenklich die Stirn runzelte. Sehr merkwürdig. Der beste Freund des Verlobten und sie kennt ihn kaum? Da stinkt doch was …, dachte sie. Und selbst wenn er Prinz William wäre und mit dem Dalai Lama auf Du und Du, vergiss den Typen …, beharrte ihr Unterbewusstsein mit strenger Stimme.

„Was ist mit ihm?“, unterbrach Paloma Annas abermals abschweifende Gedanken und nippte an ihrer Latte Macchiato, während sie ihr einen neugierigen Blick über den Rand ihrer Tasse zuwarf. Die Blondine räusperte sich abermals, straffte die Schultern und lächelte ein wenig nervös, ehe sie mit einer lässigen Handbewegung abwinkte. „A-ach gar nichts“ Außer, dass der Kerl ziemlich nervig ist …, fügte sie im Geiste hinzu. Na ja, auf eine merkwürdig … anziehende Art … nervig. Sie schüttelte den Kopf als ihr die Richtung bewusst wurde, die ihre Gedanken nahmen und verbannte selbige aus ihrem Bewusstsein. „Soweit ich weiß, ist er erst vor Kurzem aus Amerika zurückgekommen.“, fuhr Paloma fort. „Hat wohl lange Zeit in der Firma seines Vaters in L.A. gearbeitet und nun hier die Geschäftsführung für einen neuen Standort übernommen.“ Anna nickte verstehend. Aha, nicht nur überheblich, sondern auch noch ein hohes Tier. Aber zumindest erklärt es, warum Paloma ihn kaum kennt, wo er doch angeblich Enriques bester Freund ist …, dachte sie bei sich. Palomas Augen verengten sich. „Warum willst du das wissen?“, fragte sie. Ihr durchdringender Blick suggerierte Anna ganz deutlich, dass ihre beste Freundin Lunte gerochen hatte. Sie würde sie ausquetschen wie eine Zitrone, soviel war klar. Mit aller Lässigkeit, die Anna aufbieten konnte, zuckte sie die Schultern, griff nach ihrer Coke und wich damit gekonnt dem argwöhnischen Blick ihrer Freundin aus. „Nur so.“, meinte sie ungerührt. „Wir hatten uns auf eurer Party kurz unterhalten. Er kam mir ziemlich überheblich vor.“ Erleichtert stellte Anna fest, wie Paloma sich entspannte, als sich schließlich ein kleines Grinsen auf ihre Züge schlich. „Haben wir etwa das Interesse am anderen Geschlecht neu entdeckt?“, säuselte sie mit liebenswürdigem Spott in der Stimme. Anna verdrehte unweigerlich die Augen und stieß in einer abfälligen Geste die Luft aus. „Nee … aber er war …“ Sie unterbrach sich kurz, suchte nach dem richtigen Wort … „… irgendwie … aufdringlich.“ Palomas Grinsen wurde breiter. Sie beugte sich über den Tisch und lächelte Anna mit leuchtenden Augen an. „Wenn du willst, lass ich was über Enrique arrangieren.“

In einer Mischung aus Verblüffung und Entsetzen fiel Anna die Kinnlade nach unten. Hast du mir nicht richtig zugehört? Er war aufdringlich … A-U-F-D-R-I-N-G-L-I-C-H … mit einem großen A …, … also NEIN, mit einem großen N …, fluchte sie innerlich und sah Paloma aus schmalen Augen finster an. Dann schüttelte sie den Kopf und richtete ihren Blick angestrengt auf ihre Finger, die sich nervös ineinander verkrampften. Himmel noch mal, hätte ich doch bloß die Klappe gehalten …, schoss es ihr ärgerlich durch den Kopf. Sag ich doch …, lästerte ihr Unterbewusstsein, dieser vorlaute Verräter. Okay, Themawechsel. „Ach übrigens, wir haben den Auftrag für die Schmuckkollektion bekommen.“, erklärte Anna eilig und hoffte, das dieser Schachzug seine Wirkung entfalten würde, bevor Paloma genau die Frage stellen konnte, die ihr quer ins Gesicht geschrieben stand. Sie hatte null Bock, dieses unleidige Thema, was sie unbedachter Weise angesprochen hatte, zu vertiefen – schon wieder. Zu Annas sichtlicher Erleichterung, schien ihr Plan aufzugehen. Paloma stöhnte gequält auf und verdrehte die Augen. „Ja, ich weiß … Jonas hat mich schon damit beauftragt, das Casting zu organisieren.“ Sie schnaubte wenig amüsiert. „Der Kunde ist ziemlich anspruchsvoll … und Jonas schwebt ein ganz bestimmtes Gesicht vor.“ Anna lächelte nachsichtig. „Ja, das ist Jonas … Er macht immer alles zu hundertfünfzig Prozent.“, pflichtete sie ihrer besten Freundin mit einem gleichsam gequälten Seufzen hinzu. „Aber wir brauchen den Auftrag … und den Kunden.“, fügte sie achselzuckend hinzu. In dem Moment kam Susanne an den Tisch und lächelte die beiden freundlich an. „So, das wären dann einmal die Tomatensuppe …“, begann sie und stellte eine Suppentasse vor Paloma auf den Tisch. „Und für dich der große Salat mit Putenbrust, mein Spatz.“, sagte Annas Mutter mit einem fröhlichen Lächeln im Gesicht und stellte ihrer Tochter einen bunten Salatteller vor die Nase, der dieser sofort das Wasser im Mund zusammenlaufen ließ. „Lasst es euch schmecken.“ Sie zwinkerte den beiden Freundinnen zu und verschwand, begleitet von einem unisono ausgesprochenen Danke, zurück in der Küche. Dann machten sie sich über das Essen her.

„Also, warum hast du mich nach Tom gefragt?“, hakte Paloma nach, sobald Susanne das Geschirr abgeräumt und sich vom Tisch entfernt hatte, und lehnte sich entspannt in ihrem Stuhl zurück. Sämtliche Alarmglocken begannen unvermittelt in Anna zu schrillen. Nicht schon wieder …, dachte sie ernüchtert. Selber Schuld, du hast mit dem Mist schließlich angefangen …, spottete ihr Unterbewusstsein und streckte ihr hämisch die Zunge raus. Instinktiv warf Anna einen Blick auf ihre Uhr. „Oh Gott, wir müssen wieder los. Jonas flippt aus, wenn ich schon wieder die Mittagspause überziehe.“, erklärte Anna hastig und stand auf. Paloma, die den wahren Grund dieser plötzlichen Aufbruchsstimmung durchaus richtig zu deuten wusste, griff über den Tisch hinweg nach Annas Hand und hielt sie auf. Ihr durchdringender Blick bohrte sich in ihre Augen. „Anna …“ „Palomi, lass es gut sein …“, wiegelte Anna ab, bevor Paloma weitersprechen konnte, und löste ihre Hand aus ihrem Griff. Einen Augenblick lang musterten sich die beiden Frauen mit finsteren Blicken. Schließlich erhob sich die brünette Spanierin mit einem übertrieben genervten Seufzen und griff nach ihrer Jacke. Es war ihr anzusehen, dass sie am liebsten tiefer nachgebohrt hätte. Aber sie kannte Anna gut genug, um zu wissen, dass sie stur wie ein Esel war. Wenn sie nicht reden wollte, dann würde sie es auch nicht tun. Dennoch ließ sie der Gedanke nicht los, dass zwischen Tom und Anna etwas vorgefallen war. Nur was? Schweigend betrachtete sie Annas Profil, während sie nebeneinander herliefen. Und wenn ich ein bisschen Schicksal spiele? …, ging es ihr flüchtig durch den Kopf. Vielleicht hat Enrique ja eine Idee … So ganz wohl war ihr bei dem Gedanken zwar nicht, … aber verflucht noch mal, die Geschichte mit Daniel lag mittlerweile über zwei Jahre zurück. Und Paloma war es schlichtweg leid, ihre Freundin Tag für Tag so miesepetrig zu sehen, wenn das Gespräch auf etwas Männliches schwenkte. Selbst Jonas ging ihre Verschlossenheit sichtlich an die Nieren. Und erst die sehnsüchtigen Blicke, die er ihr gelegentlich zuwarf. Jeder konnte sehen, dass Annas attraktiver Geschäftspartner einen Narren an der zierlichen Blondine gefressen hatte. Na gut, bis auf Anna selbst natürlich, die für derartige Themen blind, taub und stumm war. Ob beabsichtigt oder unbewusst, wusste Paloma jedoch nicht so genau. Nun, vielleicht sollte sie Jonas und Anna ein bisschen auf die Sprünge helfen?

Auf der anderen Seite, wäre Jonas denn der Richtige für sie? Immerhin war er ziemlich schnell Katjas Reizen erlegen, und das obwohl sie ansonsten hohl wie Schnittlauch war. Aber davon mal abgesehen waren Anna und er auch Geschäftspartner. Wäre es wirklich eine gute Idee, die beiden zu verkuppeln? Mhmm … statistisch gesehen gehen viele Betriebe in die Pleite, weil es Streit zwischen den Teilhabern gibt …, dachte sie bei sich. Und Anna konnte ziemlich stur sein. Ach was, sie war quasi der Inbegriff von Sturheit. Betrübt stieß Paloma einen Seufzer aus. Was Anna, die bisher gleichsam schweigend neben ihr hergelaufen war, natürlich nicht entging. „Hey Palomi, was ist los?“, fragte die mit einem besorgten Klang in der Stimme und hakte sich bei ihrer Freundin unter. Paloma zuckte die Schultern und rang sich ein kleines Lächeln ab. „Ich mach mir nur Sorgen um dich.“, gab sie ihr versucht lässig zu verstehen. Annas Augen weiteten sich überrascht. Eilig wandte sie den Blick ab, als ihr aufging, worauf Paloma augenscheinlich hinauswollte. „Lass es gut sein. Ich hab mich damit arrangiert. Und es geht mir gut damit.“, erklärte sie und setzte ein gewinnendes Lächeln auf. Das glaube ich dir nicht, Anna … Du steigerst dich in deine Paranoia rein. Und ich habe Angst, dass dich das ins Unglück reißt …, dachte die Brünette, als sie bemerkte, dass Annas Lächeln ihre Augen nicht erreichte. Tief in ihrem Inneren spürte sie, dass ihre Freundin alles andere als glücklich war, auch wenn sie sie noch so vehement vom Gegenteil zu überzeugen versuchte. „Wollen wir heute Abend was unternehmen? Nur wir beide?“, schlug Anna mit einem kleinen Grinsen im Gesicht vor und wischte augenblicklich Palomas trübe Gedanken beiseite. Die Brünette lächelte. Ihr war durchaus klar, dass dies wieder eines von Annas berühmten Ablenkungsmanövern war, die sie immer dann veranstaltete, wenn das Gespräch sich gefährlich der Grenze eines bestimmten Themas näherte. Aber Paloma würde nicht locker lassen. Irgendwann, davon war sie überzeugt, würde der Moment kommen, in dem Anna ihre Meinung ändern würde.

Den Rest des Tages verbrachte Anna damit, sich so gut es ging, mit Arbeit abzulenken. Das letzte, wonach ihr im Moment der Sinn stand, war, genauer darüber nachzudenken, warum sie Paloma beim Mittagessen nach Tom gefragt hatte. Weshalb zum Teufel spukte er andauernd in ihrem Kopf herum? Was war schon an ihm? Nichts. Er war arrogant und ziemlich von sich selbst überzeugt. Diese Sorte Mensch konnte sie ja nun gar nicht leiden. Obwohl, wenn sie an ihre Anfänge bei Broda & Broda zurückdachte und daran, wie sie damals Jonas hinterher gehechelt hatte, musste sie sich wohl oder übel eingestehen, dass sie wohl doch in gewisser Weise an dieser Spezies Gefallen fand. Ach Quatsch … das ist Schnee von gestern …, tadelte sie sich selbst. Anna hatte Jonas vor Daniel kennengelernt. Und bevor sie Daniel kennengelernt hatte, war die Welt noch in Ordnung gewesen, … war sie selbst noch in Ordnung gewesen. Mit Daniel kam die Sintflut und nun war sie eine Insel, umgeben von einer Unendlichkeit aus Wasser. Sie hatte versucht, von dieser Insel zu flüchten, doch nachdem sie bei diesem Versuch beinahe abgesoffen wäre, hatte sie sich damit abgefunden und sich mit der Zeit recht behaglich auf dieser Insel eingerichtet. Diese Situation hatte durchaus etwas Tröstliches, denn niemand kam ihr zu nahe, ohne dass sie vorgewarnt war. Innerlich abgekapselt vom Rest der Welt, versuchte sie auf diese Weise den kläglichen Rest ihres Herzens zu schützen, der noch nicht gewaltsam zertrampelt worden war. Doch seit gestern war jemand in der Ferne zu erkennen, der unaufhaltsam auf ihre kleine Insel zuruderte. Ein Schmunzeln huschte über ihr Gesicht angesichts dieses metaphorischen Vergleichs. Sollte er doch nur kommen … Sie war gerüstet und gegen jegliche Eindringlinge gewappnet. Ihr Herz würde niemand mehr verletzen – nie wieder.

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Do Jan 17 2013, 20:41

Ja, ja, der Kerl ist nervig, aufdringlich, überheblich, arrogant, von sich selbst überzeugt, und was hat die gute Anna noch alles gesagt? groß, blond, wirklich nicht zu übersehen, anziehend...

Sehr schön, auf welch unterschiedliche Art und weise man ein und die selbe Person beschreiben kann, wenn man lange genug über sie nachdenkt Smile

Wieder mal sehr schön, meine liebe Mini, und ich bin sehr gespannt, was Palomi sich nun ausdenkt. Wenn Enrique ihr mehr von Tom erzählt, wird sie sich sicherlich für die Nachhilfe bei Anna und Jonas entscheiden... , oder doch nicht? Man weiß es mal wieder nicht, und bleibt wie immer gespannt. Embarassed

LG, Katha

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Fr Jan 18 2013, 11:06

Ach Katha, da sind sie wieder, die lieben Spekulationen. Und die lese ich ja soooo gerne. Aber ich will nicht zuviel verraten, von daher: Danke für deinen lieben Kommi.

LG, Mini

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   So Jan 20 2013, 16:32

An diesem verschneiten Sonntag noch ein kurzer Teil, um die Wartezeit ein wenig zu überbrücken ... Viel Spaß beim Lesen ...

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Teil 7


Die nächsten Tage hatten Anna und Jonas jede Menge zu tun. Die Vorbereitungen für den Dreh der Schmuckkampagne liefen auf Hochtouren. Mit viel Engagement und Überzeugungskraft hatte Anna den Vermieter des Bürokomplexes, der neben weiteren kleineren Firmen auch das Büro von catch phrase beinhaltete, schließlich davon überzeugen können, ihnen die Räumlichkeiten eine Etage tiefer für den Dreh zur Verfügung zu stellen. Die beiden Etagen unter ihnen waren die einzigen noch freien. Den Informationen des Vermieters zufolge sollte in den nächsten Tagen eine neue Firma dort ihren Standort eröffnen. Dass der hochnäsige Möchtegern-Geschäftsmann mit dem schlecht sitzenden Anzug, der permanent von einer penetranten Schweißwolke umgeben war, nicht wirklich begeistert davon gewesen war, dem neuen Mieter offerieren zu müssen, dass er erst einen Tag später einziehen könne, war Anna dabei ziemlich gleich gewesen. Immerhin hatten sie eine nicht ganz unerhebliche Summe für die Nutzung der Räumlichkeiten springen lassen. Gut, dass das Budget des Kunden groß genug war, um eine derartige Zusatzausgabe verschmerzen zu können. Aber das war die Location allemal wert. Sie war nahezu perfekt. Lediglich die Aussicht hätte besser sein können. Aber die Stadt zu beauftragen, die gegenüberliegenden Häuser abreißen zu lassen, um die Aussicht für einen Zwanzig-Sekunden-Spot zu verbessern, wäre nicht nur eine Frage der Zeit gewesen, sondern hätte letzten Endes auch das Budget des Kunden gesprengt. Ansonsten war der Raum einfach ideal. Ein weitläufiges Büro mit großzügigen Glasfronten, ähnlich den Räumlichkeiten der Agentur. Nur dass die Büros von catch phrase deutlich kleiner waren.

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Die Sonne ging gerade unter, als das hübsche Pärchen vor der riesigen Glasfront einander tief in die Augen sah. Zärtlich strichen seine Finger über ihren Hals und ihre Schultern. Etwas blitzte im sanften Licht der untergehenden Sonne. „Ich liebe dich“, wisperte er. Dann folgte ein langer inniger Kuss. „Cut“, brüllte der Regisseur. Ein Raunen ging durch die Runde, und Anna und Jonas sahen sich erleichtert in die Augen. „Das war der Wahnsinn“, flüsterte sie und schlang erleichtert die Arme um Jonas. Der lachte leise auf und erwiderte ihre Geste mit einem sehnsüchtigen Seufzen. „Wow …“, stieß Paloma begeistert aus und klatschte sich mit Anna und Jonas ab. „Das war’s, Dankeschön.“, verkündete Jonas in die Runde aus Models, Stylisten, Regieteam und Technikern und stimmte einen Beifall an, in den die Menge sogleich einstimmte. Gleich drauf verschwanden Anna und Paloma in die provisorisch eingerichtete Ankleide, um sich um die beiden Models zu kümmern, die sie eigens für den Spot gebucht hatten. Nachdem das Material bearbeitet und geschnitten worden war, würde ein etwa zwanzigsekündiger Werbejingle entstehen, der ein junges Paar zeigt, welches sich nach langem Hin und Her endlich zu ihrer Liebe bekennt. Könnte fast deine Geschichte sein …, spottete ihr Unterbewusstsein und schnitt eine hämische Grimasse. Anna schnaubte und verdrängte den Gedanken, während sie den Spot bereits bildlich vor sich sah. Moments of Truth … Ja, Augenblicke der Wahrheit. Ein leises Seufzen entrang sich ihr, während sie sich gleichzeitig fragte, ob man sich gewisse Momente der Wahrheit wirklich antun musste. „Hey, Anna … alles okay?“, riss Palomas Stimme, in der wieder einmal dieser sorgenvolle Tonfall mitschwang, sie aus ihren Grübeleien. „Ja, klar …“, beeilte sie sich zu sagen und bemühte sich um ein echtes Lächeln. Es war kläglich, und Palomas Gesichtsausdruck nach zu urteilen, hatte sie die Lüge hinter ihrem halbherzigen Lächeln, was eher einer misslungenen Grimasse glich, auch schon erkannt. „Er geht dir nicht aus dem Kopf.“, mutmaßte die temperamentvolle Spanierin. Was? Wer? „Na Tom.“, antwortete sie auf Annas Gedanken, als hätte die sie laut ausgesprochen. Irritiert blinzelte Anna die Brünette an. Paloma, du bist unheimlich … Als Anna nicht reagierte, trat Paloma auf sie zu und legte ihren Arm um ihre Schulter. „Was hältst du davon, wenn wir zwei was trinken gehen und auf den erfolgreichen Dreh anstoßen?“ Anna runzelte die Stirn und kniff argwöhnisch die Augen zusammen. Was führst du im Schilde? „Was denkst du, sollen wir Jonas mitnehmen?“, fügte Paloma lächelnd hinzu. Augenblicklich erhellte sich Annas Gesicht. Jonas? Mhmm, … warum eigentlich nicht? Sie zuckte die Schultern und schürzte die Lippen, bevor ein kleines Lächeln auf ihnen zu spielen begann. „Gute Idee. Ich frag ihn gleich mal.“

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   So Jan 20 2013, 21:09

Klein aber fein, war das nicht so? Wink
Das war wie immer ganz wunderbar. Aber sie will mit Paloma und Jonas was trinken gehen? Na ja, ich hatte da ja schon so meine Vermutung über Palomas Gedanken ... . Obwohl, in öffentlichen Lokalitäten kann man ja auch durchaus auf andere Menschen treffen, könnte also vielleicht trotzdem interessant werden.
Ich habe da übrigens so eine Ahung, dass Tom und Jonas sich auch in dieser FF nicht wirklich anfreunden werden.
Ach, und da gibt es noch die neuen Mieter im Bürogebäude, die Anlass zu Spekulation geben, oder bin ich jetzt zu überschwänglich? confused

Na ja, wir werden sehen, hoffentlich bald. bounce

Liebe Grüße, und einen guten Start in die Woche, trotz dem gehassten weißen Etwas, ach ne, hieß das nicht, trotz des gehassten weißen Etwas(es)? Oder so ähnlich?
Ich denke, du verstehst mich Wink

Katha

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Mo Jan 21 2013, 12:23

Hey, meine liebe Katha,

Danke für deinen lieben Kommi. Und ja, der Start in die Woche war für mich alles andere als erbaulich. Hänge im Moment ziemlich in den Seilen. Zum Glück hatte ich den neuen Teil gestern soweit schon vollendet, so dass ich ihn heute nur noch einstellen muss und dann gleich wieder auf die Couch verschwinden kann.

Aber da der letzte so kurz war, wollte ich euch nicht so lange warten lassen. Ich hoffe, er gefällt ...

**********************************

Teil 8

Eine knappe Woche war vergangen, seit der Dreh seinen erfolgreichen Abschluss gefunden hatte und Paloma und Anna den Erfolg feuchtfröhlich begossen hatten. Inzwischen war das Material bearbeitet und zusammengeschnitten und der schlussendliche Werbespot dem Kunden präsentiert worden. Die Vertreter des Schmucklabels waren hellauf begeistert von dem Ergebnis und catch phrase für die Zukunft ein weiterer Kunde sicher. So müsste es immer laufen …, dachte Anna bei sich, während sie und Jonas mit einem Glas Champagner anstießen. Leider ist aber eher das Gegenteil der Fall. Die Werbebranche war hart umkämpft. Ideen wuchsen nicht auf Bäumen, und am Ende hatte der die Nase vorn, der jederzeit die besten Ideen aus dem Hut zaubern konnte, und das ganze noch zu einem kleinen Preis umsetzte. Aber was das Zaubern von Ideen betraf, darin hatte Anna eine Begabung. Kreativität war nun mal ihr Steckenpferd … Nichts ist unmöglich, das Motto. Na gut, fast nichts. Denn in einem Punkt schien das Schicksal es leider anders mit ihr zu meinen. „Auf den Erfolg.“, verkündete Jonas und prostete Anna zu, die daraufhin aus ihrem Gedankenchaos wieder auftauchte. Mit einem knappen Lächeln hob sie ihr Glas. Vor einem Jahr hätten sie sich einen solchen Erfolg nur träumen lassen. Aber sie hatten hart gearbeitet, eisern gekämpft und sich im undurchdringlichen Dschungel der Konkurrenz behauptet. Sie waren zwar noch lange nicht da, wo sie sein wollten, aber zumindest war catch phrase nicht mehr nur ein Underdog. „Was machst du heute Abend?“, fragte Jonas und riss Anna abermals aus ihren Grübeleien. Die zuckte beiläufig die Schultern. „Paloma und ich wollen in die Egobar was trinken gehen.“ Sie neigte lächelnd den Kopf. „Magst du mitkommen? Ich meine, wäre doch eine gute Möglichkeit, auf den Abschluss des Auftrages anzustoßen. Und wo du uns Mädels schon letzte Woche hängen lassen hast …“ Sie ließ den Satz unvollendet und grinste schelmisch. Ein langsames Lächeln breitete sich über seine Lippen, doch dann trübte sich seine Miene. „Ich bin leider schon verabredet. Ein ehemaliger Studienfreund ist in der Stadt.“ Er zuckte die Schultern. „Lässt sich leider nicht verschieben.“ Anna nickte verstehend und stieß einen tiefen Seufzer aus. Dann rutschte sie von der Schreibtischkante, auf der sie die ganze Zeit gesessen hatte, und strebte in Richtung Tür. „Danke, Anna.“, rief Jonas ihr nach. Im Türrahmen innehaltend wandte sie sich um und sah ihn fragend an. „Wofür?“ Einen Moment lang betrachtete er sie schweigend, dann lächelte er. „Wir sind ein super Team – das waren wir schon immer.“ Anna nickte. Ja, das stimmt. Erneut ruhten ihre Blicke ineinander. Eine unwirkliche Spannung begann sich in dem kleinen Büro auszubreiten. Erwartungsvoll sah Anna Jonas an. Ihr war, als hätte er seinen Worten noch etwas hinzuzufügen, aber er blieb stumm. Schließlich schenkte sie ihm ein herzliches Lächeln und verschwand aus seinem Büro. Ein Blick auf ihre Uhr verriet ihr, dass sie spät dran war. Sie war mit Paloma verabredet, und sie musste sich sputen.

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„Mensch, Anna, nur weil du eine faule Tomate im Korb liegen hattest, ist doch nicht gleich das ganze Gemüse für’n Eimer.“, maulte Paloma und nahm einen Schluck von ihrem Caipirinha. Die beiden Frauen hatten sich in der Egobar verabredet, um den erfolgreichen Abschluss der Schmuckkampagne zu feiern. Leider ging auch dieses Treffen nicht ohne das mehr oder minder verhasste Lieblingsthema der beiden vonstatten. Und was Paloma betraf, so hatte sie es allmählich satt, ständig Annas miese Stimmung ertragen zu müssen, die sie allein dem Umstand zuschrieb, dass ihre Freundin ein paar schlechte Erfahrungen mit Männern gemacht hatte. Na gut, … vielleicht waren es auch ein paar zuviel … aber deswegen musste man doch nicht gleich zur Nonne mutieren und über den Gang ins Kloster nachdenken. Oder schlimmer noch, seine Umgebung mit mieser Laune vergiften. „Du kennst meine Meinung zu diesem Thema, Paloma.“, erwiderte Anna schroff und rührte akribisch in ihrem Drink, bis die einst farbenfrohe Mischung des Cocktails eine merkwürdig braune Note angenommen hatte und nun irgendwie weniger appetitlich aussah. Paloma rollte mit den Augen und stöhnte ein genervtes ‚Ja’. „Aber es verlangt ja auch niemand, dass du dich dem nächstbesten gleich an den Hals schmeißen sollst. Du solltest zumindest die Möglichkeit in Erwägung ziehen und dich nicht grundsätzlich dagegen sperren.“ Anna zog fragend die Brauen hoch. Paloma, du verstehst es einfach nicht. Ich hab keinen Bock auf Männer. Ich hab keinen Bock darauf, dass man mir den kläglichen Rest meines ohnehin schon gebrochenen Herzens auch noch zerstört …, ging es ihr frustriert durch den Kopf. Paloma hatte leicht Reden. Sie hatte einen Partner, der sie offensichtlich liebte, und war glücklich. Nein, sie konnte sich nicht mal im Ansatz vorstellen, wie Anna sich fühlte. „Na ja, ich meine, man kann sich doch mal auf dem Markt umsehen.“, gab Paloma eine Spur versöhnlicher zu bedenken, als sie Annas verdrießliche Miene bemerkte, und zuckte nonchalant die Schultern. „Gucken kostet schließlich nichts.“, grinste sie. Anna schnaubte abfällig, konnte aber nicht umhin, ihr Grinsen zu erwidern, zumindest für einen Sekundenbruchteil, denn genauso lange dauerte es, bis ihr Gesicht wieder diesen mürrischen Ausdruck angenommen hatte. „Guck mal zum Beispiel der dort hinten.“, fuhr Paloma unbeirrt fort und deutete auf einen dunkelhaarigen jungen Mann, der mit einem Blonden am Tisch unweit der Bar saß. „Der ist doch niedlich …“ Anna folgte ihrem Blick und neigte nachdenklich den Kopf. Kritisch musterte sie den durchaus attraktiven Typen. Schlanke Statur, groß, dunkler Wuschelkopf. Dann verzog sie das Gesicht. „Nee …“, meinte sie schließlich mit einem entschiedenen Kopfschütteln. Palomas Augenbrauen zogen sich mürrisch zusammen. Sie öffnete den Mund, um etwas zu erwidern, als Anna die Hand hob und den zweifellosen Versuch ihrer Freundin, sie zu bekehren, unterbrach. „Der ist schwul.“, erklärte Anna mit einer Überzeugung in der Stimme, die Palomas geplante Erwiderung direkt von ihrer Zunge wischte.

Verwirrt musterte die Brünette die beiden Männer an besagtem Tisch. Als sich der Dunkelhaarige kurz darauf zu dem Blonden beugte und ihm sanft lächelnd über die Hand streichelte, gluckste Anna amüsiert auf. „Siehst du, schwul.“, erklärte sie nüchtern und unterstrich ihre Feststellung mit einem selbstgefälligen Grinsen. Paloma atmete hörbar aus und lehnte sich in einer Geste völliger Resignation in die Polster zurück. „Außerdem, diese Art von Fleischbeschauung ist überhaupt nicht mein Fall … Einfach abartig.“, brüskierte sich Anna. Paloma hob die Brauen, als unvermittelt ihre blauen Augen zu leuchten begannen und ihr Mund sich zu einem wissenden Lächeln verzog. Anna stöhnte innerlich auf. Diese Reaktion sagte nur zu deutlich, dass ihre beste Freundin gerade eine perfekte Idee in ihrem Hirn ersonnen hatte. Ganz nah beugte sie sich zu ihr über den Tisch und sah sie mit verschwörerischem Blick an. „Warum versuchst du es nicht mal mit einer Singlebörse?“, schlug sie arglos vor. Anna riss die Augen auf, pures Entsetzen spiegelte sich in ihrem Gesicht. „Bist du verrückt? Am Ende gerate ich noch in die Fänge eines Perversen. Hast du eine Ahnung, was auf solchen Internetseiten alles für Schindluder getrieben wird?“, echauffierte sich die Blondine. „Ich geb’s auf.“, stöhnte Paloma, als ihr Blick auf einen jungen Mann mit kurzem blondem Haar fiel. „Was hältst du von dem da?“, fragte sie und deutete mit einem Kopfnicken über Annas Schulter. Die wandte sich um und begutachtete Palomas Wahl. Abwertend stieß Anna den Atem aus und wandte sich kopfschüttelnd wieder ihrer besten Freundin zu. „Der könnte Daniels Zwillingsbruder sein.“, erwiderte sie missbilligend. Daniel war Annas Verlobter – Ex-Verlobter um genau zu sein. Auch so eine Art Mann, die mehr vorgab zu sein als sie es tat. Nee, davon hatte sie echt genug. „Dann geben wir eben eine Annonce für dich auf … Einsames Herz sucht Zweisamkeit …“, versuchte Paloma es mit Humor, woraufhin Anna angenervt die Augen verdrehte. Den Blick voller Entrüstung schüttelte sie den Kopf und tippte sich gegen die Stirn. Palomas Augen verengten sich. Ganz langsam beugte sie sich wieder zu ihrer Freundin über den Tisch. Das gefährliche Blitzen in den blauen Tiefen ließ Anna leise aufschlucken. „Dann also die Singlebörse.“ „Vergiss es.“, wehrte Anna zischend ab und verschränkte ablehnend die Arme vor der Brust. In diesem Moment betraten Enrique und Tom die Bar. Fast gleichzeitig sahen die beiden Frauen auf, und während Palomas Augen zu strahlen begannen, stieß Anna nur ein tiefes unwilliges Knurren aus.

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Mo Jan 21 2013, 13:20

Ja, ja, ja, ein neuer Teil! Very Happy
Und nein, nein, nein wie kannst du da aufhören? Evil or Very Mad Mad
Gut, dass Paloma so hartnäckig ist, aber ob sie gegen Annas Sturkopf ankommt? Und jetzt wird sie vermutlich Tom eine klatsche erteilen, der es mit seiner machohaften Art wohl auch nicht besser verdient hat.
Aber so ein bisschen lästig ist ihre Haltung ja schon.
Ich will auf jedenfall ganz schnell wissen wie es weitergeht ... Smile
LG, katha

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Mi Jan 23 2013, 01:33

Hey Mini Smile

nun habe ich mich auch hier angemeldet nur wegen dir und katha Smile
und weißt du auch warum? weil ich dir unbedingt sagen muss wie sehr ich deine geschichte LIEBE <3

kannst dir sicher denken wer ich bin .... bin auch einer aus dem audl-forum Wink
ich habe eine zeit lang im stillen mit gelesen und jetze dachte ich mir, komm melde dich doch mal an und sage es der lieben mini doch mal wie wunderschön ihre geschichte doch ist Smile

und nun hätte ich gerne ein neuen teil Wink
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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Mi Jan 23 2013, 08:03

Hey meine Liebe,

klar, weiß ich, wer du bist. Und schön, dass du dich angemeldet hast, um mir deinen Kommi zu schreiben. Freu mich wahnsinnig darüber. Und es geht auch balde weiter.

Also, nochmal Herzlich Willkommen hier im Forum.

LG, Mini

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Mi Jan 23 2013, 09:15

Für die ungeduldigen unter euch. Viel Spaß beim Lesen. LG, Mini

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Teil 9

Enrique, der Anna und Paloma zuerst entdeckt hatte, winkte ihnen kurz zu, ehe er mit Tom an der Bar Platz nahm. Toms Blick streifte Annas, und er lächelte ihr zu. „Da ist er wieder …“, flüsterte Paloma mit einem Leuchten in den Augen, ehe ihr Blick sich erneut auf die beiden Männer an der Bar heftete. „Mhmm … ich schätze, der steht auf dich, so oft wie er immer wieder hier rüberschielt.“, meinte Paloma, die Tom mit intensivem Blick musterte, kurze Zeit später. Dann kräuselte ein diebisches Lächeln ihre Mundwinkel. „Weißt du was, ich frag die beiden, ob sie sich zu uns setzen wollen.“, meinte sie und erhob sich. Eilig ergriff Anna Palomas Hand und hielt sie mit einem knappen „Nein“ zurück. Ihre Augen blitzten zornig. Ich weiß genau, warum du das tust … „Lass das, verdammt noch mal.“, zischte sie erbost. Palomas diebisches Lächeln wandte sich in ein gemeines Grinsen. Einen Augenblick lang verharrten sie in diesem Blickduell. Schließlich ließ Paloma sich auf die Bank zurücksinken, während ihr Blick erst zu Tom flog, der sich alle Mühe gab, nicht permanent rüberzuschauen, und dann zu Anna, die angestrengt ihr Cocktailglas umklammerte, als wäre es ein Rettungsring. „Okay, folgender Vorschlag.“, sagte Paloma schließlich mit ernster Stimme. Augenblicklich war Anna alarmiert, denn dieser Tonfall verhieß erfahrungsgemäß nichts Gutes. Abwartend forschte sie in ihrem Blick. Palomas rechte Braue zuckte nach oben, ein langsames Lächeln breitete sich über ihre Züge. „Entweder du meldest dich auf einer Singlebörse an oder ich hole Tom und Enrique her.“ Geschockt riss Anna die Augen auf. Du willst mich erpressen? Eine feine Freundin bist du ... Sie öffnete den Mund, um etwas zu sagen, doch es drang kein Wort über ihre Lippen. Sekunden vergingen, dehnten sich zu einer schieren Unendlichkeit aus. „Spinnst du?“, platzte es schließlich aus Anna heraus, als die Verbindung zwischen Mund und Gehirn wiederhergestellt war. Die brünette Spanierin presste die Lippen zu einer dünnen Linie zusammen, ihre Augen funkelten verärgert, und ihre Nasenflügel bebten. „Nein, aber ich bin es leid, dass du ständig wie ein Trauerkloß rumrennst und die Männerwelt verfluchst. Zu deiner Info, nicht alle Männer sind Schweine. Tut mir leid, wenn du an eines geraten bist …“, zischte sie bissig. Anna schnaubte abfällig und wischte Palomas Aussage mit einer lässigen Handbewegung beiseite. Das ist meine Sache, Paloma, wann begreifst du das endlich ... „Und gleich morgen legen wir dir ein Profil an.“, fuhr Paloma unbeirrt fort. Wie bitte? Das ist nicht dein Ernst ... „Und wenn du dich weigerst, werde ich alles daran setzen, dich mit Tom zu verkuppeln.“, drohte sie und unterbrach damit Annas beabsichtigten Protest, bevor dieser über ihre Lippen kommen konnte.

Anna schluckte schockiert, in der nächsten Sekunde verdüsterte sich ihre Miene. „Willst du mir drohen?“, flüsterte sie mit gefährlich leiser Stimme. Paloma lehnte sich näher zu dir. „Drohen ist das falsche Wort, Anna. Nenn es … Zwingen. Ja, ich werde dich zu deinem Glück zwingen.“, entschied sie mit ebenso gefährlich leiser Stimme. Annas Blick huschte an Paloma vorbei zu Tom und Enrique. Glück? Mit dem da? Das ist ja wohl ein Witz ..., ging es ihr widerstrebend durch den Kopf. „Also, haben wir einen Deal …“, fragte Paloma, sich des Sieges sicher, und reichte Anna selbstbewusst die Hand über den Tisch. Genervt presste Anna den Atem zwischen ihren Lippen heraus. Wieder heftete sich ihr Blick auf Tom. Alles ist besser als diese personifizierte Arroganz. Unschlüssig blickte sie auf Palomas Hand, die diese noch immer erwartungsvoll über den Tisch gestreckt hielt, als ihr ein anderer Gedanke kam. „Ich könnte auch einfach gehen.“, meinte die Blondine leichthin und schielte mit sehnsüchtigen Augen zum Eingang. Palomas Gesicht wurde ausdruckslos. Ein tiefer gequälter Seufzer entwich ihrer Kehle, ehe sie betrübt den Kopf senkte. „Weißt du, Anna …“, hob sie schließlich mit leiser Stimme an. „… du bist meine beste Freundin. Und es tut wirklich weh, dich so zu sehen … so verbittert.“ „Verbittert?“, stieß Anna mit schriller Stimme aus. „Ja, verbittert. Du suhlst dich in deinem Selbstmitleid. Hast du schon mal darüber nachgedacht, endlich aus diesem Sumpf rauszukommen?“, zischte Paloma unvermittelt. „Ja, hab ich.“, schoss Anna angefressen zurück. „Und falls es dir entfallen sein sollte. Der Versuch war nicht gerade von Erfolg gekrönt.“, fauchte sie. Paloma schloss die Augen und seufzte tief. So kam sie nicht weiter. Eine Weile saßen sie sich schweigend gegenüber. „Manchmal muss man im Leben etwas riskieren, wenn man glücklich sein will.“, fuhr Paloma eine Spur behutsamer fort. Anna lächelte ironisch. „Und du meinst, der da ist mein großes Los? Der Sechser im Lotto?“, meinte sie mit vor Sarkasmus triefender Stimme, steckte den Daumen in die Richtung der beiden Männer an der Bar und verdrehte erneut genervt die Augen. „Nein, aber du kannst es ja mal versuchen.“, konterte die Brünette. „Versuchen? Ja? Ich hab mich mit ihm unterhalten. Der Typ hat nur eines im Sinn. Mich in die Kiste zu kriegen …“ Annas Augen blitzten vor unverhohlenem Ärger.

Überrascht zog Paloma die Brauen hoch. „Im Ernst?“ Missbilligung flackerte in ihren blauen Augen. Ähem … na ja, so direkt hat er es nicht gesagt …, ging es Anna eilig durch den Kopf, als sie besagten Abend Revue passieren ließ. „Na ja, nicht ganz …“, druckste sie verlegen. „Aber es ist doch offensichtlich, dass er so was in der Art vorhat.“, fügte sie inbrünstig hinzu und verschränkte in eine Geste deutlicher Ablehnung die Arme vor der Brust. Nachdenklich neigte Paloma den Kopf, während sie die Blondine aus schmalen Augen argwöhnisch fixierte. „So so … offensichtlich ist das also …“ Ihr Blick huschte kurz über Annas Schulter zu den beiden Männern an der Bar. „Mhmm, also auf mich macht er nicht den Eindruck als wäre er ein Ladykiller …“, meinte die brünette Spanierin und konnte sich nur schwer ein Grinsen verkneifen. Annas rechte Braue zuckte nach oben. „Ladykiller?“ Ein amüsiertes Lächeln zuckte um ihre Mundwinkel. Drei Sekunden später prusteten die beiden Frauen los. Was wiederum die beiden Männer an der Bar aufmerken ließ. Kichernd wandte Anna den Kopf in Richtung Bar und begegnete erneut Toms Blick. Er und Enrique wechselten ein paar Worte, ehe sie sich schließlich erhoben und zielstrebig auf ihren Tisch zusteuerten. Oh nein, verdammt …, schoss es Anna panisch durch den Kopf. „Und, wie sieht’s nun aus, Anna …“, hakte Paloma nach, die die Absicht der beiden Männer ebenfalls bemerkt hatte und nun erneut die Hand über den Tisch gestreckt hielt. Mhmm … offenbar meinte sie diesen Schwachsinn mit dem Deal wirklich ernst. Annas Blick flog abermals zu den beiden Männern, die zielstrebig auf ihren Tisch zusteuerten, dann zurück zu Paloma. Scheiße. „Das ist Erpressung …“, presste sie unter zusammengebissenen Zähnen hervor. Paloma zuckte gleichgültig die Schultern und schickte ein diebisches Lächeln in ihre Richtung. Im Sekundentakt huschte Annas Blick zwischen ihrer Freundin und den beiden Männern hin und her. Verflucht … Ohne weiter darüber nachzudenken, ergriff sie Palomas Hand und murmelte ein schnelles „Okay, Deal“ Alles ist besser als dieser Tom. Und im Internet bist du zumindest anonym …, sprach sie sich im Geiste Mut zu. Ihr Unterbewusstsein nickte zustimmend. Eine Sekunde später hatte sie sich erhoben, genau in dem Moment, in dem Tom und Enrique den Tisch erreichten. „Sorry, ich muss leider los … ganz dringend.“, rief sie eilig und bemühte sich um einen Ausdruck tiefen Bedauerns. Ob es ihr gelang, wusste sie nicht und es war ihr auch egal. Sie wollte nur eines – raus aus dieser Bar und das so schnell wie möglich. Drei Sekunden später hatte sie den Ausgang erreicht. Und während Tom ihr verwirrt nachschaute, tauschten Paloma und Enrique einen wissenden Blick und nickten einander sichtlich zufrieden zu.

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Mi Jan 23 2013, 15:16

So, so eine Single-Börse also, und Paloma und Enrique haben das scheinbar so geplant. Na denn.
Ich bin sehr gespannt. Ganz im Gegensatz zu Tom, der sich vermutlich gerade ziemlich ärgert, dass ihm die hübsche Blonde schon wieder durch die Lappen gegangen ist.

"Ladykiller", hihi Smile . Kann man sich bei unserem bekannten Tommy ja nicht so richtig vorstellen, wobei es bei deinem hier in dieser Story ja wohl passt.

Mach bitte schnell weiter Embarassed

LG, Katha

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Mi Jan 23 2013, 18:02

Mini_2010 schrieb:
Hey meine Liebe,

klar, weiß ich, wer du bist. Und schön, dass du dich angemeldet hast, um mir deinen Kommi zu schreiben. Freu mich wahnsinnig darüber. Und es geht auch balde weiter.

Also, nochmal Herzlich Willkommen hier im Forum.

LG, Mini


schön du weißt wer ich bin Smile nein scherz Smile
ich freue mich auch sehr hier zu sein und eure geschichten lesen zu dürfen und kommis zu hinterlassen Smile

dein neuer teil ist super amüsant Laughing
ich hatte das gefühl das anna paloma an den hals springen würde wegen der erpressung, das anna sich überlegen soll ob sie mit tom verkupelt werden soll oder die single-börse zu geil Laughing
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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Do Jan 24 2013, 07:57

katha schrieb:
So, so eine Single-Börse also, und Paloma und Enrique haben das scheinbar so geplant. Na denn.
Ich bin sehr gespannt. Ganz im Gegensatz zu Tom, der sich vermutlich gerade ziemlich ärgert, dass ihm die hübsche Blonde schon wieder durch die Lappen gegangen ist.

"Ladykiller", hihi . Kann man sich bei unserem bekannten Tommy ja nicht so richtig vorstellen, wobei es bei deinem hier in dieser Story ja wohl passt.

Mach bitte schnell weiter

LG, Katha

Na ja, wenn Frauen über Männer tratschen ... gelle.
Lass dich überraschen ...
Danke für deinen süßen Kommi ... Die Arbeit an der Fortsetzung läuft auf Hochtouren.

LG, Mini

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Do Jan 24 2013, 13:22

Hey Minilein,

deine Teile waren sooooooooooooooo toooll! Very Happy

Aber Anna ... ooouuh maan ... wie kann man nur so abgekapselt sein!? Was auch immer ihr dieser Daniel angetan hat ... der gehört auf jeden Fall kastriert!!! Twisted Evil
Und Anna!? Der würde ich am liebsten eine Backpfeife geben um sie gleich danach an den Schultern zu packen und wach zu schütteln! No Da laufen vor ihren Augen zwei atemberaubende Männer herum ... und die CHECKT. ES. EINFACH. NICHT.!!! Evil or Very Mad

Zitat :
Ihr Herz würde niemand mehr verletzen – nie wieder.
Mensch ich denke Anna ist so klug! ... Es gehört dazu verletzt zu werden um sein Glück in der Zukunft intensiver zu genießen! Aber sich soo abzukapseln ... ich weiß nicht ... -.-"

AAAAAAAHHHHHHHH Very Happy Very Happy Very Happy
Es ist Lanford die die Büros untendrunter gemietet haben ... ich bin mir ganz sicher das es Lanford ist! Embarassed Cool

Und dann die Sache mit Paloma ... einfach zu geil wie Stur sie bleibt und Anna sogar zu ihrem Glück "zwingt"! ... Oder darf man schon eher Erpressung dazu sagen!? Smile Wink
Kein wunder das sie auf Anna unheimlich wirkt ... ich glaube mir wäre es genauso ergangen! Smile

Mhmhm ... eine Sache lässt mir noch keine Ruhe ... ob Jonas mit diesem "Studienfreund" Tom gemeint hat!? Ich bin auf jeden Fall gespannt! Wink

Hoffentlich kommt gaaaaaaaaaaaaaannzz bald eine neuer Teil von dir, Süße. Bin schon sooo gespannt was Paloma und Enrique ausgeheckt haben ... ich meine ... wenn zwei Personen sich still zunicken und diesen bestimmten Blick zuwerfen ... dann hat es auf jeden Fall was zu bedeuten! Smile Wink Razz

Knuutsch
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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Fr Jan 25 2013, 11:23

Hi, mein kleiner Schmetterling,

wie ich deine Kommis liebe, so bewegt und unverblümt. Als hätte man dich direkt vor Augen ...

Danke dir dafür. Also, soviel kann ich dir sagen. Tom ist nicht Jonas' Studienfreund. Da Tom ja mit Enrique am selben Abend unterweg war, ist das wohl auch eher unmöglich. Was Enrique und Paloma aushecken??? Hmm ...

Geduld, Geduld, Geduld ...

Wenn ich es schaffe, kommt heute Abend noch ein neuer Teil ... Bis dahin ...

LG, Mini

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Sa Jan 26 2013, 10:58

Mit leichter Verzögerung hier nun der nächste Teil für euch. Ich hoffe, er findet euren Zuspruch ...

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Teil 10


Völlig außer Puste erreichte Anna am nächsten Morgen den Fahrstuhl und schlug ihre Hand auf den Knopf. „Verdammtes Scheißding … jetzt komm endlich.“, fluchte sie gedämpft vor sich hin, während sie angespannt von einem Fuß auf den anderen trat und nervös auf die Anzeige blickte. Sie hatte einen wichtigen Termin mit einem Kunden, und ausgerechnet heute musste sie verschlafen. Etwas was ihr sonst niemals passierte. Na gut, fast niemals. Und wer war daran schuld? „Männer“, murmelte Anna abwertend, als sie an den vergangenen Abend zurückdachte. Sie hatte sich oft gefragt, ob sie nicht ein bisschen zu hart war, wenn sie alle Männer über einen Kamm scherte. Aber sie verdrängte entschieden diesen Gedanken. Seit Daniel sie von jetzt auf gleich hatte sitzen lassen und sie zum sprichwörtlichen Gespött gemacht hatte, machte sie einen Bogen um diese Spezies. Okay, das war noch milde ausgedrückt. Wenn sie ehrlich war, hasste sie die Männer, auch wenn sie tief in ihrem Inneren wusste, dass sie statistisch gesehen nur etwa zehn bis zwanzig Prozent mit diesem Gefühl gerecht wurde. Was sie nicht wirklich besänftigte. Es waren immerhin noch zehn bis zwanzig Prozent zuviel. Und woran sollte man einen solchen Kandidaten auch bloß erkennen. Schließlich trug er kein Schild auf der Stirn mit der Aufschrift 'Ich bin ein Casanova, lass besser die Finger von mir, sonst vernasch ich deine Freundin … oder deine Schwester oder deine Cousine'. Anna schüttelte sich. Grausige Vorstellung. Wenngleich ihr Entschluss, sich von der Männerwelt fernzuhalten, eine harte Entscheidung war, sie würde damit leben können. Irgendwie. Na ja, zumindest wäre sie auf diese Weise sicherer, vor allem von denen jener Sorte, die erst auf große Liebe machten und dann mit einer anderen durchbrannten … Noch immer zitterte die Wut unter Annas Haut, wann immer sie an diesen Moment zurückdachte. Niemand konnte verstehen, wie sie sich in diesem Augenblick gefühlt hatte. Niemand! Und Paloma konnte ihr noch so gut zureden. Diese Demütigung wollte sie kein zweites Mal erleben.

Zum Glück hatte sie gestern direkt die Flucht ergriffen, als dieser Casanova von Palomas Verlobungsparty aufgetaucht war. Aber warum? Du kennst ihn doch gar nicht …, säuselte eine ganz leise Stimme aus dem Hintergrund. Okay, das mag ja sein … aber … nein … ihre Flucht war die einzig richtige Lösung gewesen. Als sie dann zu Hause angekommen war, hatte sie es sich mit einer Flasche Wein auf ihrem Bett gemütlich gemacht und aufs Neue die Männerwelt verflucht, ganz besonders diesen Casanova. Es hatte eine Weile gedauert, bis ihr Hirn keinen geraden Gedanken mehr an ihn heften konnte. Der Typ hatte sich verdammt hartnäckig in ihre Gehirnzellen eingenistet – natürlich gegen ihren Willen. Aber am Ende hatte sie ihn dennoch erfolgreich vertreiben können. Doch zu welchem Preis? Heute Morgen hatte sie klassisch verpennt, weil der Rausch noch über den Sonnenaufgang hinaus angehalten hatte, und zudem brummte ihr Schädel als wäre darin eine ganze Schwadron Presslufthämmer zugange. Und wenn dieser verschissene Fahrstuhl nicht bald mal kam, würde Jonas wieder eine seiner Moralpredigten halten, die sich darum drehten, wie wichtig neue Kunden für sie waren … und noch viel wichtiger, dass man pünktlich erschien, wenn man einen Termin hatte. Bla, bla, bla … Sie kannte diese Leier zur Genüge, und sie hasste sie. Trotzdem war sie froh, einen Freund wie Jonas zu haben. Nachdem seine Mutter ihre Agentur Broda & Broda verkauft hatte, hatten Anna und Jonas ihren Traum von einer eigenen Werbeagentur in die Realität umgesetzt. Doch das ganze war nicht so einfach gewesen, wie sie es sich zunächst ausgemalt hatten. Einige der früheren Kunden konnten sie für ihr neues Konzept gewinnen, aber die meisten – und darunter einige der wichtigsten Kunden von Broda & Broda – hatten sich nach anderen Agenturen umgesehen. Das ganze war jetzt gut ein Jahr her. Seitdem kämpften sie tagtäglich gegen einen harten Wettbewerb, der zwar durchaus seine Erfolge gebracht hatte, aber mindestens genauso viele Niederlagen. Der Agentur ging es nicht schlecht, aber auch nicht so gut, dass sie sich große Sprünge erlauben konnten. Gerade als Anna sich erneut einem wüsten Fluch hingeben wollte, öffneten sich die Fahrstuhltüren, und sie stieß einen erleichterten Seufzer aus.

Eilig schlüpfte sie in die Kabine und hieb forscher als notwendig auf den Knopf für die fünfte Etage. Ihr Blick fiel auf ihre Uhr. Sie hatte noch fünf Minuten. Fünf Minuten, um sich frisch zu machen, die Unterlagen zusammen zu suchen und ein nettes Lächeln aufzusetzen, was vor allem ihre innere Hektik überspielen sollte. Anna schloss die Augen und ließ sich mit einem tiefen Seufzen gegen die Wand sinken. Der Fahrstuhl kam zum Stehen, und die Türen öffneten sich. Sie wollte schon aussteigen als sie überrascht innehielt und verblüfft auf ein großzügiges Büro, in dem das reinste Chaos herrschte, blickte. Irritiert runzelte sie die Stirn. Irgendwie kam ihr der Raum bekannt vor. Ach ja, richtig, … diese Location hatten sie für den Dreh zur Schmuckkampagne gemietet. Allerdings glich er zu jenem Zeitpunkt noch eher einer Baustelle. Anna erinnerte sich, wie widerstrebend der Vermieter ihrem Wunsch zugestimmt hatte. Er hatte erzählt, dass eine neue Firma demnächst diese Büroräume beziehen würde. Neugierig begutachtete sie das rege Durcheinander, während jemand den Fahrstuhl betrat und ein mürrisches „Morgen“ murmelte – wohl eher aus Gewohnheit als aus Höflichkeit. „Morgen.“, murmelte Anna gleichsam wortkarg zurück, ohne denjenigen eines Blickes zu würdigen. Als sich die Türen schlossen, erhaschte sie einen Blick auf den Schriftzug Lanford, der unterhalb des Empfangtresens angebracht war. Oh Gott, Lanford? Etwa die Lanfords, mit denen sie früher schon bei Broda & Broda zu tun hatten? Ein flaues Gefühl zog durch ihren Magen, als sie sich an die peinliche Situation erinnerte, in der man sie fälschlicherweise für die Putzfrau gehalten hatte – und das nur, weil sie ihren Joghurt vom Tisch gefegt und, mit wummernder Musik auf den Ohren, damit niemand sie störte, die Sauerei wieder aufgewischt hatte. Blöderweise musste genau in diesem Moment der Kunde hereingeschneit kommen. Ein ziemlich überheblicher Kerl … Und dann erst diese Nancy Lanford – eine verwöhnte Luxusgöre, die Jonas, Robert und Katja gegen sie, Natascha und Gerrit in einen fiesen Wettstreit hatte treten lassen. Sie schüttelte sich, in der Hoffnung, diese Gedanken vertreiben zu können, bevor sie das gesamte Ausmaß der Umstände, die diese Situation damals mit sich gebracht hatte, entfalten konnten.

Entschieden, diese unliebsame Erinnerung zu verbannen, schloss sie die Augen, atmete leise durch und richtete schließlich ihr Augenmerk auf die Person, die soeben zugestiegen war, um sich von ihren Gedanken abzulenken. Nur einen Sekundenbruchteil später fiel ihr die Kinnlade nach unten. Oh nein, bitte nicht er … Was will der hier, verflucht …, dachte sie ernüchtert, während er sie mit unverhohlenem Interesse taxierte. Wie lange glotzte er sie schon an? Unvermittelt mischte sich ein Anflug von Ärger in ihre ohnehin schon angespannte Stimmung. „Laufen Sie mir nach?“, platzte es aus ihr heraus, bevor sie sich zurückhalten konnte. Ihre Stimme klang forscher als beabsichtigt, fast schon ein wenig vorwurfsvoll. Ein amüsiertes Glucksen antwortete ihr, und ein leuchtendes Paar graublauer Augen suchte ihren Blick, während sich der Fahrstuhl in Bewegung setzte. „Das Gleiche könnte ich dich fragen.“, antwortete Tom sichtlich amüsiert und gab sich nicht die geringste Mühe, seinem Blick eine gewisse Diskretion zu verleihen. Anna reckte das Kinn vor und verschränkte brüskiert die Arme vor der Brust. „Ich arbeite hier.“, erklärte sie, woraufhin Toms Brauen sich interessiert hoben. „Aha … Fünfte Etage?“, fragte er mit einem wissenden Lächeln, und Anna registrierte beschämt, dass sie Tom soeben mehr verraten hatte, als ihr lieb war. Gott, wie blöd … „Und Sie? Was machen Sie hier?“, fragte sie, um von sich abzulenken, und bemühte sich, die leise Neugier, die sich beharrlich in den Vordergrund zu drängen versuchte, durch ihre schroffe Wortwahl zu übertünchen. Tom, schick in dunkelgrauem Anzug und Hemd, was am Kragen offenstand, gekleidet, zuckte gelassen die Schultern. „Wir sind vorgestern hier eingezogen.“ Na prima, auch das noch …, dachte Anna genervt und unterdrückte ein ironisches Augenrollen. Von Paloma wusste sie, dass Tom vor drei Monaten aus L.A. nach Deutschland zurückgekehrt war, um hier mit dem Modellabel Lanford, was einst sein Vater Bruno Lanford gegründet hatte, eine Zweigstelle aufzubauen. Die Büroräume in der dritten und vierten Etage hatten lange leer gestanden … bis jetzt. Schade …, leer haben sie mir besser gefallen …, ging es Anna zynisch durch den Kopf.

Ihre Blicke trafen sich erneut, und ein Strahlen trat in seine Augen, was Anna nur als … was? … Freude identifizieren konnte. „Dann sehen wir uns jetzt wohl öfters.“, meinte er mit einem hoffnungsvollen Unterton in der Stimme. Anna schnaubte leise und musterte Tom auf eine Weise als begutachte sie ein heruntergekommenes Möbelstück. Ich hoffe nicht … und im Zweifel kann ich ja immer noch die Treppe nehmen …, suggerierte sie sich und dachte mit einem beklommenen Gefühl an die fünf Etagen, die es dann tagtäglich zu steigen galt – mehrmals, wenn sie Pech hatte –, während ihr Unterbewusstsein brüsk die Hände in die Hüften stemmte und ihr einen finsteren Blick zuwarf. Augenscheinlich hasste es Treppensteigen ebenso. Sich von diesem unliebsamen Gedanken ablenkend – und ohne ihr bewusstes Zutun – wanderte ihr Blick über seine Gestalt, während ihre Zunge wie von selbst über ihre Unterlippe glitt. Gut sieht er ja aus …, dachte sie bei sich. Ja, und mit Sicherheit schleppte er jede Nacht eine andere ab. Dich hat er sicherlich auch schon auf der Liste …, fauchte ihr Unterbewusstsein. Anna spürte, wie ihr das Blut ins Gesicht stieg. Mit einem Anflug von Verlegenheit wandte sie den Blick ab und schalt sich ein blödes Schaf. Vergiss es Anna, Männer sind alle gleich … alles hormongesteuerte Arschlöcher, die ihre hoch gepriesene große Liebe ohne mit der Wimper zu zucken für ein großes paar Titten und einen wohlgeformten Arsch hergeben würden. Gut, es war nicht so, dass Anna nicht über derartige Vorzüge verfügte, ganz im Gegenteil … aber das machte die Tatsache, dass ihr Ex sie für eine andere sitzengelassen hatte auch nicht erträglicher. Sie sah Tom, der offenbar noch immer auf eine Antwort wartete, tief in die Augen und setzte ein gespielt liebes Lächeln auf. „Ich denke, das lässt sich vermeiden …“, meinte sie kühl, ehe es still in der Kabine wurde. Die flüchtige Ruhe, die nur durch das Rauschen und Knacken des Fahrstuhls unterbrochen wurde, wandte sich in gedehntes Schweigen. „Wie geht’s Uschi und Alfred?“, unterbrach Tom mit einem herausfordernden Blitzen in den Augen schließlich das Schweigen. Der amüsierte Zug um seine Lippen behagte Anna nicht. Machte er sich etwa lustig über sie? Resigniert verdrehte sie die Augen und stieß mit einem Anflug von Erleichterung die Luft aus, als der Lift endlich zum Stehen kam und die Türen aufglitten. „Einen schönen Tag noch.“, gab sie ihm mit einem süßlichen Lächeln zur Antwort und stolzierte, ohne seine Frage beantwortet zu haben, aus dem Fahrstuhl. Mit einem verschmitzten Grinsen im Gesicht sah Tom ihr nach. Ich kriege dich schon noch …, dachte er, während sich die Fahrstuhltüren wieder schlossen.

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Sa Jan 26 2013, 18:29

Hallo meine Liebe,
ich habe deinen Teil schon heute Mittag gelesen, und mal wieder ein dickes Grinsen im Gesicht gehabt. Smile Auch wenn Tom ja eigentlich der unmögliche Gigollo ist, hat er meine vollen Sympathien, denn Annas Hass-Kampagne gegen Männer ist ja schon ein bisschen anstrengend. Auch wenn man ihre dahinter stehende Angst vor Verletzung natürlich verstehen kann. Umso schöner, dass es in ihrem Kopf nicht nur das lästige Unterbewußtsein gibt, sondern auch noch eine kleine unerschrockene Stimme, die sie durchaus auf die Vorzüge der männlichen Gattung aufmerksam macht. Wink

Na ja, auf jeden Fall hatte ich recht mit meiner Annahme, dass Lanford im Hochhaus einzieht. Cool Sehr schön, dann wenn Anna ja jetzt richtig fit, wenn sie ständig die Treppe nimmt. Laughing Wer´s glaubt.

Aber ich muss jetzt mal nachfragen, diese Begegnung von Anna und den Lanfords bei Broda und Broda. Entspringt die deiner Fantasie, oder hat es die gegeben. Ich kenn mich da nicht so genau aus. Aber Nancy Lanford sagt mir auf jedenfall gar nichts.

Ich freu mich auf weitere Begegnungen von Anna und Tom! Very Happy

Liebe Grüße
Katha

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   So Jan 27 2013, 10:59

Hey, meine Liebe,

danke für deinen lieben Kommi. Wenn ich ehrlich bin, muss ich bei dieser Szene auch immer grinsen. Mal schauen, wie lange Anna noch so hartnäckig bleibt, und vor allem, was Tom sich noch so einfallen lässt, um sein Ziel zu erreichen. Ist ja schon erstaunlich, dass er an der Sache dran bleibt, wo er doch - von sich selbst behauptet - schnell was "Neues" finden würde.

Was die Szene bei Broda & Broda betrifft, die du ansprichst, ja, die hat es tatsächlich so gegeben. Damals war Anna noch total schüchtern und konnte die Situation nicht aufklären, weshalb der Kunde sie damals für die Putzfrau gehalten hat, die ja schließlich sein Konzept entwickelt hatte. Und Nancy Lanford ist, soweit ich mich erinnere, Toms Cousine. Also, diese Lanfords (1. Staffel AudL) stehen wohl in Verwandschaft zu den Lanfords aus der 3. Staffel.

LG, Mini

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Mo Jan 28 2013, 01:19

sehr schöne teile liebe mini Smile

über anna kann man echt nur schmunzeln Very Happy
ihre gedanken und die stimme in ihrem kopf die mit ihr spricht Laughing
ob anna es wirklich macht jeden tag und das mehr mals bis zum fünften stock die treppen hinauf steigt da bin ich ja mal gespannt aber ich denke sie wird es nicht machen Laughing
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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Di Jan 29 2013, 08:18

Hey Nicky,

vielen Dank für deinen lieben Kommi. Ja, mal schauen, was Anna sich jetzt einfallen lassen wird, um zukünftigen Begegnungen aus dem Weg zu gehen.

LG, Mini

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Di Jan 29 2013, 14:12

So, meine Lieben, ich hoffe, ihr habt Lust auf eine Fortsetzung. Wenn nicht, na ja, dann eben nicht ...

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Teil 11

„Sorry, ich weiß, ich bin zu spät.“, stieß Anna atemlos aus, nachdem sie aus dem Fahrstuhl zu ihrem Schreibtisch gehastet war. Wieder mal …, amüsierte sich ihr Unterbewusstsein. Erschöpft sank sie in ihren Bürostuhl und beantwortete Jonas’ mahnenden Blick, den dieser ihr durch die geöffnete Tür zuwarf, mit einem entschuldigenden Lächeln. Dann huschte ein verschmitztes Grinsen über sein Gesicht. „Kein Problem, … der Kunde hat vorhin angerufen. Sie haben den Termin auf heute Nachmittag verlegt.“ Einen Moment lang sah Anna Jonas völlig konsterniert an. Dann schloss sie die Augen und atmete tief durch. Hätte ich das gewusst ... Mit einem leisen Lachen ließ Jonas sich auf Annas Schreibtischkante nieder. „Muss ja gestern ein langer Abend gewesen sein.“ Anna verzog gequält das Gesicht. Der Abend mit Paloma war super, bis Mister Unwiderstehlich aufgetaucht war und mich zur Flucht gezwungen hat. Na ja, und dann hab ich mir zu Hause die Kante gegeben … Sorry …, dachte Anna beschämt, als erneut dieser dumpfe Kopfschmerz durch ihre Schläfen zog, und widmete sich den Unterlagen auf ihrem Schreibtisch. „Gibt’s sonst was Neues?“, fragte sie pro forma. „Nein. Aber ich denke, dass wir mit der Kampagne für den Schuhdiscounter im Moment völlig ausgelastet sind.“, erwiderte er belustigt und wandte sich zum Gehen. Stimmt. Der Auftrag war vor zwei Tagen reingekommen und entpuppte sich als recht schwierig. Nicht, weil Anna die nötigen Ideen fehlten, sondern vielmehr weil der Kunde recht hohe Ansprüche hatte und dabei ein recht begrenztes Budget zur Verfügung stellte. Doch das allein war nur ein Teil der Herausforderung. Viel kniffeliger war die Tatsache, dass catch phrase hinsichtlich der Konzeptionierung in Vorkasse gehen musste. Eine durchaus übliche Methode, wenn es um eine Ausschreibung ging, bei der letztlich das beste Konzept den Zuschlag bekam. Unter anderen Umständen hätte Jonas den Auftrag sicher abgelehnt, aber der Kunde nannte ein durchaus namhaftes Unternehmen sein eigen, was wiederum eine gute Chance bot, die eigenen Referenzen zu verbessern. Und das konnte sich catch phrase nicht entgehen lassen. Zum Glück führte Jonas das kleine Unternehmen, unter wirtschaftlichen Aspekten gesehen, mit sehr viel Feingefühl, so dass gewisse Rücklagen vorhanden waren, um auch einer solchen Aufgabe gewachsen zu sein. Das Risiko dabei war jedoch, dass sie keine Garantie hatten, den Auftrag auch tatsächlich zu bekommen, denn erst dann würde sich der Einsatz wirklich bezahlt machen. Und was das betraf, baute Jonas zu hundert Prozent auf Anna …

Müde rieb sich die Blondine über das Gesicht, als ihr der gestrige Abend wieder in den Sinn kam. Puh, ganz schön turbulent … Sie sollte sich zumindest bei Paloma für ihren überstürzten Aufbruch entschuldigen. Und das am besten gleich. Seufzend erhob sich Anna und verließ ihr Büro. Langsam trat sie auf Paloma zu, die an ihrem Schreibtisch saß und emsig auf die Tastatur ihres Laptops einhackte. Einen Herzschlag lang blieb sie neben ihr stehen, holte tief Luft und räusperte sich vernehmlich. Erschrocken sah Paloma auf. „Anna.“, begrüßte sie ihre Freundin freudestrahlend und klappte eilig den Laptop zu. Irritiert runzelte Anna die Stirn. Irgendwie beschlich sie das merkwürdige Gefühl, Paloma soeben bei etwas Verbotenem erwischt zu haben. „Was machst du gerade?“, fragte sie, bemüht, diese Frage so beiläufig wie möglich klingen zu lassen. Sie war ja nicht neugierig, … überhaupt nicht. „O-och nichts besonders. Nur ein bisschen … Informationen sammeln, du weißt schon.“, wiegelte sie hastig ab. Anna nickte skeptisch. „Und du? Du warst gestern so schnell verschwunden.“, lenkte Paloma geschickt von sich ab. Anna stockte. Oh ja … da war ja noch was. Sich innerlich für die nächste Predigt wappnend, setzte sie eine bedauernde Miene auf. „Tut mir leid … aber ich hatte … fürchterliche Kopfschmerzen.“, log sie. Na gut, Kopfschmerzen hatte sie schon gehabt – leider zeigten sie sich nach wie vor ziemlich hartnäckig –, allerdings erst nachdem sie die Bar fluchtartig verlassen und sich mit einer Flasche 2010er Baron de Rothschild Mouton Cadet den Frust von der Seele gespült hatte. Eigentlich war der Wein für einen besonderen Anlass gedacht gewesen, aber … was soll’s. Palomas Brauen hoben sich. Ihrem Blick nach zu urteilen, hatte sie Annas Lüge direkt durchschaut. Mist. „Ganz plötzlich?“, fragte die Brünette mit einem verschmitzten Unterton. Ein eifriges Nicken folgte, was sogleich mit einem weiteren schmerzhaften Ziehen in ihren Schläfen belohnt wurde und Anna gequält das Gesicht verziehen ließ. Das letzte Glas Rothschild war bestimmt schlecht gewesen …, dachte sie und massierte ihre schmerzenden Schläfen.

Ein verschmitztes Grinsen umspielte Palomas Lippen. „Du hast echt was verpasst?“, gab sie mit einem wissenden Lächeln zu verstehen. Kann ich mir vorstellen …, dachte Anna ironisch. „Tom ist total witzig … und irgendwie charmant … Genau die Art Typ, auf die du stehst.“, fuhr Paloma beinahe schwärmerisch fort. Ihre Augen strahlten, woraufhin Anna sich ein genervtes Augenrollen nicht verkneifen konnte. Auf die ich stehe? Ich hab auf Daniel gestanden, und der Arsch hat die Biege gemacht … Na Dankeschön auch … „Und stell dir vor …“, fuhr Paloma fort und lehnte sich mit einem verschwörerischen Funkeln in den Augen näher zu ihr. „… er ist Single.“, raunte sie und wackelte vielsagend mit den Brauen. Na so ein Zufall aber auch … doof nur, dass ich mein Singledasein gerade so sehr genieße …, dachte Anna zynisch, während sie das dumpfe Pochen in ihrem Schädel zu ignorieren versuchte. „Vergiss es …“, wehrte sie schließlich ab und verschränkte in einer Geste, die ihre Ablehnung nicht deutlicher zum Ausdruck hätte bringen können, die Arme vor der Brust. Das liebenswürdige Lächeln, was Palomas Züge soeben noch getragen hatte, wandte sich in ein diabolisches Grinsen. „Du hast doch nicht etwa unseren Deal schon vergessen?“, säuselte sie in einem lieblichen Singsang, der Anna sofort einen eisigen Schauer über den Rücken laufen ließ und sämtliche Alarmglocken in ihr zum Schrillen brachte. Scheiße … der Deal, den hab ich total vergessen … Oh Mann, Paloma … das kannst du nicht wirklich ernst meinen …, jammerte die Blondine innerlich. Oh bitte, tu mir das nicht an … Den flehenden Blick, den Anna ihrer besten Freundin zuwarf, ignorierte diese jedoch geflissentlich. „Deinem Gesichtsausdruck nach zu urteilen, hast du unsere Abmachung vergessen.“, stöhnte die mit einem Anflug von Missbilligung in der Stimme. Ihr Lächeln wurde breiter. „Aber da ich eine aufmerksame Freundin bin, hab ich dir auch schon ein Profil angelegt …“, trällerte sie fröhlich, klappte ihren Laptop, den sie vor wenigen Minuten noch eilig zugeklappt hatte, wieder auf und deutete mit einem überschwänglichen „Taddaaa …“ auf den Bildschirm. Waaas? Augenblicklich wich Anna sämtliche Farbe aus dem Gesicht. Geschockt starrte sie ihre Freundin an. Ich bring dich um, Paloma …, grollte es in ihr.

Widerstrebend beugte Anna sich vor und betrachtete mit beinahe angewiderter Miene den Bildschirm. „’Gemeinsam einsam’?“, las sie die Überschrift. „Die brauchen eindeutig einen neuen Werbeslogan. Der ist ja so was von abgedroschen.“, platzte es unvermittelt aus ihr heraus. Die Ablehnung in ihrer Stimme war förmlich mit den Händen zu greifen. Paloma bedachte Anna mit einem finsteren Blick, während diese ihr Augenmerk wieder auf den Bildschirm richtete … und entsetzt nach Luft schnappte. Ein Engelchen mit Herzchen als Profilbild? Oh Herr, schenk mir ein Loch im Boden ... Eilig überflog sie die Angaben. Sie stockte. Wie bitte? Little … Bitte ein ganz großes Loch ... „Oh mein Gott, hättest du dir keinen originelleren Namen einfallen lassen können?“, maulte sie und verzog angewidert das Gesicht. „Oh …“, stieß Paloma konsterniert aus und verzog pikiert das Gesicht. „Was hätte die wählerische Singlefrau, die es soooo leid ist, allein durch die Gegend zu laufen, denn gerne?“, spottete sie. „Mhmm … wie wäre es mit Männerhasserin …“, schlug Anna mit einem gemeinen Glitzern in den Augen vor und zog zynisch die Brauen hoch. „… oder Schwarze Witwe?“ Tief seufzend rollte Paloma die Augen, ehe sie nachdenklich mit dem Finger über ihre Unterlippe strich. „Mhmm, … vielleicht sollte ich Enrique mal nach Toms Nummer fragen.“, sinnierte sie und griff schließlich beherzt nach dem Telefonhörer. „Miststück.“, stieß Anna angesäuert aus, riss Paloma mit einer recht ruppigen Bewegung den Telefonhörer aus der Hand und legte ihn wieder auf den Apparat. „Na na na, das hab ich jetzt aber überhört. So ein unschönes Wort aus deinem Mund … tse, tse, tse.“, stichelte Paloma mit gespielter Missbilligung. „Was willst du, Paloma?“, fauchte Anna sie unvermittelt an. „Ich will, dass du glücklich bist.“, zischte sie gleichsam angefressen zurück, konnte jedoch den Anflug von Wehmut und Besorgnis in ihrer Miene nicht gänzlich verbergen. Denn das war es, was Paloma beschäftigte. Sie machte sich Sorgen um ihre beste Freundin. „Das bin ich.“, bekräftigte Anna eher halbherzig. Palomas rechte Augenbraue zuckte scheel nach oben. „Bist du nicht.“, entschied sie. „Und damit sich das ändert, stellen wir dieses Profil online. Willst du noch etwas hinzufügen, bevor ich es speichere?“, fragte sie mit einem zuckersüßen Lächeln.

Anna stieß einen abgrundtiefen Seufzer aus, überflog die Angaben und bedachte Paloma mit einem Blick, als wolle sie sie bei lebendigem Leibe fressen. Du wirst nicht nachgeben, stimmts …, dachte sie erschöpft. Paloma, der Annas Ablehnung keineswegs entgangen war, schüttelte entschieden den Kopf. Na gut, was soll’s …, dachte sie und murmelte schließlich eine zerknirschte Zustimmung. Mit einem zufriedenen Leuchten in den Augen drückte Paloma auf Absenden, ehe sie mit verkniffener Miene in Annas Gesicht forschte. Als sie den Missmut in Annas Augen bemerkte, wurde ihr Blick weicher. „Hey, du wirst sehen, es wird nicht lange dauern, bis der Richtige bei dir anklopft.“, erklärte sie mit einem zuversichtlichen Lächeln. Anna schürzte ärgerlich die Lippen. Ja, vielleicht, nachdem ich die ganzen Schleimer und Perversen abgewimmelt habe …, dachte sie abfällig. Außerdem, wie kommst du darauf, dass ich auf Mr. Right warte? … „Einen Monat.“, erklärte Paloma mit einer Miene, die jeden Widerspruch zwecklos machte. Was? „Einen Monat lang bleibt das Profil bestehen, dann kannst du es wieder löschen.“, lenkte sie versöhnlich ein. Annas beharrlicher Widerstand begann zu schmelzen. Ihr Gesicht erhellte sich ein wenig. „Okay …, das kriege ich hin …“ „Und ein Date … mindestens ...“, fügte Paloma in strengem Tonfall hinzu und wischte Annas leise aufkeimende Zuversicht augenblicklich aus deren Gesicht. Bei dem Wort Date wurde Anna erneut blass. Ihre Kiefer mahlten und sie hatte Mühe, nicht direkt laut loszuschreien. „Hat dir schon mal jemand gesagt, wie fies du bist.“, knurrte sie stattdessen und funkelte ihre Freundin finster an. Palomas Mundwinkel verzogen sich zu einem schiefen Grinsen. „Nein, … aber das Glück meiner besten Freundin liegt mir so sehr am Herzen, dass ich gut damit leben kann.“, seufzte sie übertrieben melodramatisch. Anna verdrehte die Augen. „Ich glaub, ich brauche frische Luft.“, murmelte sie verdrießlich und wandte sich ab. Eine Minute später hatte sie Jacke und Tasche geschnappt und steifen Schrittes das Büro verlassen.

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